20. Dezember 2022
Von „Chitic, dem Mann des Systems“
Über Chitic ist in den 12 Jahren, seit er im öffentlichen Raum erschien, vieles gesagt worden. Man hat gesagt, er sei verrückt, er sei dumm, ein Dilettant, naiv, gewalttätig, selbstsüchtig, ein Schurke, eingebildet, ein Pharisäer, ein Heuchler, ein Lügner… die Liste ist so lang, dass man ganze Seiten allein mit den ihm so großzügig verliehenen Beiwörtern füllen könnte. Und alle, restlos alle, finden sich auf Chitics eigenen Seiten in den sozialen Netzwerken; denn sei es aus Faulheit — wie die einen sagen würden —, sei es aus Abgebrühtheit — wie die anderen sagen würden —, oder vielleicht bloß aus einer sonderbaren Treue zum Grundsatz der Meinungsfreiheit: Chitic hat die kritischen, mitunter sogar anstößigen Kommentare über ihn nie gelöscht; die einzigen je gelöschten Kommentare waren jene, die rassistisch oder antisemitisch waren oder religiöse Überzeugungen und Überlieferungen angriffen, welcher Art auch immer.
In letzter Zeit ist jedoch in manchen feisbukischen Kreisen ein neues Beiwort aufgetaucht, und diese „Ehrung“ kommt aus dem, was man „sein Lager“ hätte nennen können: „Chitic, der Mann des Systems“ (auch die finden Sie in den Kommentaren, denn auch die wurden nicht gelöscht)! Und es ist nicht nur beiläufig aufgetaucht, sondern es ist eine „Strömung“, die man vergrößern und anfachen will. Und daran wird eifrig gearbeitet!
Diese Einordnung kann so nicht stehen bleiben, denn sie ist keine bloße Meinung, die vielleicht auf persönlicher Abneigung oder vielleicht auf Verärgerung beruht — denn ja, Chitic ist weder schön noch bezaubernd, sondern klein, unansehnlich und eher mürrisch und streitlustig, was jede Brandmarkung der berüchtigten Person rechtfertigen könnte.
NEIN! „Chitic, der Mann des Systems“ lässt sich nicht unter „Sonstiges“ ablegen, denn es ist eine Behauptung, die sich sachlich prüfen lässt, an den öffentlichen Worten und Taten dessen, der im Laufe der Zeit einmal als KGB-Mann, einmal als CIA-Mann, ja sogar als Mossad-Mann bezeichnet wurde, oder neuerdings als „Mann des Systems“, also entweder als SRI-Mann oder als SIE-Mann oder jedenfalls als Mann einer unserer vielen „Nachrichten“-Strukturen.
Nun denn, sehen wir, was diese Überzeugung veranlasst haben könnte, worauf sich diese Meinung gründen könnte.
Ist es der Umstand, dass gestern erst angekündigt wurde, seine öffentliche fb-Seite werde geschlossen?
Oder vielleicht der Umstand, dass „Chitic, der Mann des Systems“ in dem letzten Vorhaben, das er zur öffentlichen Aussprache gestellt hat, soeben vorgeschlagen hat, die Entmilitarisierung der Nachrichtendienste auf Verfassungsebene zu regeln — ebendort, wo er die Einfügung eines Artikels vorschlug, der es den Leuten des Systems verbietet, in das politische Leben einzutreten, sowohl während ihres „Dienstes“ als auch in den ersten fünf Jahren nach dem Ausscheiden? Ja, es ist klar: #DieVerfassungDerSouveränität wurde von Leuten des Systems geschrieben, die Siebenbürgen den Ungarn geben wollen… genauso wie das Referendum für die traditionelle Familie scheiterte, damit Dragnea dem Gefängnis nicht entginge!
Ist es „das Solidaritätsgesetz — das Gesetz zur Besteuerung großer Vermögen und Geschäfte“? — ein Gesetz, das seit dem Sommer geschrieben und jedem Parlamentarier angeboten wurde, der es zur Beratung ins Parlament einbringen wollte; ein Parlamentarier, der sich bis heute nicht gezeigt hat…
Oder ist vielleicht #DasOffshoreGesetz der Grund dafür, dass Chitic als „Mann des Systems“ abgestempelt wird — ein Gesetz, dem er sich als Erster, ja als Allererster, schon 2018 widersetzte. Genauer gesagt im Frühjahr 2018, als es im Senat in der Fassung Tudoses beschlossen wurde, worauf Dragnea es versüßte, damit jene der #KoalitionDesVerrats, ja deren Häupter Ciucă-Ciolacu-Kelemen selbst, durch die Feder Virgil Popescus, es so formten, dass es zu 100 % den Ausbeutern gefällig sei. Übrigens hat ebenfalls „Chitic, der Mann des Systems“ in diesem Jahr die einzige Reihe von Änderungsanträgen ins Parlament geschickt, die es in ein Gesetz für das nationale Interesse verwandelt hätte — Anträge, die sogar im Plenum des Parlaments verlesen und von der überwältigenden Mehrheit abgelehnt wurden. Und sie wurden abgelehnt, während „der Systemist Chitic“ mit einer Handvoll Leuten im Regen vor dem Tor des Parlaments protestierte… Ja, das muss es sein! Jedenfalls ist es bemerkenswert, wie die großen Medien in den letzten 10 Tagen jene furchtbare Verratstat entdeckt haben, über die „der Mann des Systems“ seit 4 Jahren schreit… natürlich lädt ihn, da er ja zum System gehört, kein Fernsehsender ein, um zu sagen, was er seit 4 Jahren sagt!
Ein weiteres Anzeichen könnte sein, dass derselbe „Mann des Systems“ wie ein Verzweifelter gegen das angeschrien hat, was er #DiePredoiuGesetze nannte — eine Reihe sogenannter „Justiz“-Gesetze, durch die die Verfassung und die Entscheidungen des Verfassungsgerichts und des Obersten Gerichtshofs für Richter unverbindlich wurden und durch die der „Zusammenarbeit“ der Dienste mit der „unabhängigen Justiz“ Tür und Tor geöffnet wird.
Aber nein, #DasSouveränitätsgesetz muss der Grund sein! Jener Gesetzentwurf, für den er 33.000 Unterschriften sammelte und den er ins Parlament trug, um ihn eben in diesem Jahr von derselben Koalition des Verrats aus PSD-PNL-UDMR-USR ablehnen zu lassen… ein Gesetz, mit dem 1 Gesetz aufgehoben, 19 Gesetze und Verordnungen geändert, 80 Artikel geändert, eingefügt oder aufgehoben werden sollten, darunter jene, die wieder einmal — man staune! — die Entmilitarisierung der Nachrichtendienste vorsahen (Chitic, dieser „Systemist“, will wohl unbedingt Zivilist werden!), oder das Verbot des Kahlschlags der Wälder, oder die Rückholung des Goldes, oder das Verbot der Benachteiligung wegen der Verabreichung medizinischer Behandlungen… Auch das ist ein Anzeichen!
Oder vielleicht wird er verdächtigt, „Mann des Systems“ zu sein, weil man ihn seit etwa der Zeit, als die Unterschriftensammlung für #DasSouveränitätsgesetz begann, zu gar nichts mehr einlädt.
Oder vielleicht, weil er es wagte, eine Partei zu gründen, #DieKoalitionFürDieNation — aus eigenem Geld finanziert und auf jede erdenkliche Weise von allen Seiten hintertrieben; eine Partei, an deren Spitze er als Erster wagte, „#ROexit?“ zu sagen, schon 2017, wobei er damals wie heute stets ein Fragezeichen setzte… wie jeder Securitate-Mann, versteht sich.
Oder vielleicht, weil er sich jahrelang offen und öffentlich dem kövesistischen Schrecken widersetzte, in einer Zeit, in der er meist in den Fernsehstudios jener saß, die weit mehr, weit größere und weit persönlichere Einsätze hatten als einen grundsätzlichen, aber äußerst gefährlichen Kampf um Recht, Freiheit und Gerechtigkeit…
Oder vielleicht, weil er schon 2010 als wahrer „Mann des Systems“ wagte, Băsescu persönlich entgegenzutreten, was ihm nicht nur eine Ohrfeige von diesem eintrug, sondern eine vom ganzen System — wovon noch heute die Aufzeichnungen zeugen, auf denen Blejnar Chitic wegen „Finanzierungen“ sucht.
Dies und vieles andere könnte als handfestes Argument dafür dienen, ihn, Chitic, als dumm, verrückt, dilettantisch oder naiv zu beschreiben. Wahrscheinlich hat Chitic eben darum auf diese Ehrungen nie in irgendeiner Weise geantwortet und löscht auch die Kommentare jener „Freunde“ nicht, die ihn mit solchen Beiwörtern liebkosen.
Doch die Einordnung „Chitic, der Mann des Systems“ kann Chitic nicht begreifen. Und auch nicht hinnehmen. Und das bereitet ihm wirklich schlaflose Nächte! Vielleicht war das Jahr zu lang, zu schwer, und vielleicht ist er müde. Wahrscheinlich schreibt er darum zum ersten Mal über die Ungeheuerlichkeiten, deren er im Laufe der Zeit bezichtigt wurde, bisweilen von einstigen engen Verbündeten (allzu engen!), die tonnenweise Spülwasser, schmutzigen Klatsch und anstößige Erfindungen über ihn ausgeschüttet haben. Er hat nie geantwortet, in keiner Weise! Doch dieses „Chitic, der Mann des Systems“ war zu viel — der Tropfen, der das Maß eines völligen Ekels zum Überlaufen brachte, der ausgesprochen werden musste.
Ja, vielleicht ist er müde…
Und vielleicht haben Müdigkeit und Übelkeit Chitic dazu gebracht, diesen Beitrag über sich selbst in der dritten Person zu schreiben… auch das ist ein Novum!
Vielleicht war das die Art, in der ich Ihnen von dem reinen Schmutz erzählen konnte, in den ich in den letzten 12 Jahren meines Lebens wissentlich einzutreten eingewilligt habe, und von einem widersinnigen Kampf, den ich noch immer hartnäckig gegen ein verächtliches System und eine ebenso verächtliche Gleichgültigkeit führe.
Ich beklage mich nicht… ich gebe nur jenen recht, die mich als verrückt, dumm, dilettantisch oder naiv abgestempelt haben! Doch dieses „Chitic, ein Mann des Systems“ nehme ich wirklich nicht hin. Und ich lasse es nicht zu!
Als „Mann des Systems“ abgestempelt zu werden ist bei weitem die schwerste Beleidigung, die man mir zufügen könnte, ever! — wie der strategische Partner sagen würde.
Und das ist selbst für mich zu viel!
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