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Die Perikope des TagesDie Dritte Republik

StartseiteRumänien, zwischen Recht und RechtlosigkeitVon Presse und Propaganda

28. Mai 2020

Heute, nach dem Himmelfahrtsgottesdienst, als ich das gesegnete Brot von der Patene des Priesters nehmen wollte, hörte ich

„Was du tust, ist nicht gut! Du redest zu viel in der Öffentlichkeit! Und schlecht! Mit den Antena-Sendern, mit den Fernsehanstalten … bei uns in der Gemeinde nicht …“

Ich gebe zu: im Schrecken über das, was ich vom Priester hörte, habe ich den ganzen mir zugedachten Tadel nicht erfasst. Ich stammelte „gewiss, Sie haben recht“, sagte ein „Christus ist aufgefahren“ und floh.

Auch jetzt habe ich mich noch nicht ganz erholt. Ich weiß … ich bin ein armseliger Kerl! Und ich bin der Erste unter den Sündern … wirklich, ohne falsche „Bescheidenheit“. Doch … was habe ich in letzter Zeit so Schlimmes gesagt? Was habe ich öffentlich so Anstößiges getan? Wo und wann, „in letzter Zeit“?

Denn in letzter Zeit habe ich, so gut ich konnte, mit all meinem Wissen und Vermögen, die Kirche und ihre Diener verteidigt, selbst wenn nicht alles ganz in Ordnung war. Ich habe versucht, den rumänischen Bürger und Gläubigen und seine Rechte so weit wie möglich zu verteidigen … und bei Antena und den Fernsehsendern trete ich seit Langem nicht mehr auf (bei Antena seit über einem Jahr und bei „anderen Sendern“ seit über zwei Monaten), und zwar eben deshalb, weil ich „aus Quellen“ erfahren habe, dass ich als zu extremistisch, zu christlich und zu nationalistisch gelte … kurz, als eine nicht verkehrsfähige Person.

Nun … jetzt stelle ich fest, dass ich auch in der Kirche nicht mehr willkommen bin. Obwohl es die Kirche ist, die ich seit 1999 besuche (ich weiß, schon lange … doch ich bin schon alt!).

Wahrscheinlich bin ich zu extremistisch … Wahrscheinlich. So wie man mich auch ansah, als ich 2010 von Băsescu eine Ohrfeige erhielt — weshalb ich jahrelang das Chorgestühl nicht mehr betreten konnte. In derselben Kirche.

Wer weiß?

Ich werde weder den Namen des Priesters noch den Ort des Vorfalls nennen … so wie ich von alledem nichts gesagt hätte, wären die „Empfehlungen“ des Priesters in der Beichte oder in einem vertraulichen Gespräch gemacht worden. Doch nein, es war eine laut und nachdrücklich ausgesprochene Ermahnung, die fast wie eine Exkommunikation klang, sodass noch einige andere Personen den Tadel hörten und sahen, den ich erhielt.

Ich bin nur neugierig, worin ich gefehlt habe … es ist mir wirklich wichtig, das zu wissen! Und ich hoffe, es am Ende zu erfahren.

Bis dahin hoffe ich, dass der gute Gott uns allen alles vergibt, was jeder von uns in Wort, Gedanken oder Tat getan hat, mit Willen und ohne Willen, wissentlich und unwissentlich.

So helfe uns Gott!

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Thema: Rumänien, zwischen Recht und Rechtlosigkeit · Unterthema: Von Presse und Propaganda

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