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23. Januar 2016

Winterweiß (Gedicht)

Winterweiß

Woher so viel Weiß in unserer schwarzen Welt? / Wäre es ein Engel, / der von den Flügeln schüttelt / Kanten, erweicht zu süßen Formen aus Wachs / unter einer Decke, geschnitzt / zur Flocke vom Wind, der sie flattern lässt? / Abstrakt.

Eine Gabe von oben eint das Firmament mit der Erde / in weißer Einheit, / die das Zufällige tilgt, / die die Grenze schmilzt und verschwinden lässt. / Und die Ununterschiedenheit / schickt sich an, in der Welt zu erscheinen: / das Wunder.

Und die Zeit hält jetzt an. Nur die Flocke, die sie beseelt, / treibt in ihrer Flucht noch / einen Traum, der uns nährt. / Das Vielfältige verbirgt sich im urbildlichen Schema. / Hier ist die Lust, / die allein mich erlöst: / das Schweigen.

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Thema: Zwischen den Zeilen · Unterthema: Von Gedichten und Versen

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